Start Buchrezensionen Gelesen2018 SuB About Impressum

Freitag, 13. April 2018

Das Leben kennenlernen?

Das Leben kennen. Was bedeutet das eigentlich? Ich erinnere mich an Zeiten, in denen ich 15 Jahre alt war und das Gefühl hatte, ich hätte das Leben verstanden. Ich hatte Freiheiten, die ich regelrecht spürte, durfte Dinge, die ich Jahre davor nicht durfte und so ging das mit jedem Jahr weiter. 16 und Bier trinken, 18 und Auto fahren. Ich war so groß. Jedenfalls fühlte ich mich so. Mit dem Blick zurück kann ich immer nur ein wenig schmunzeln. Ich dachte früher immer, dass man irgendwann erwachsen ist, dass es "Klick" macht und man das Gefühl hat, erwachsen zu sein. Dass man weniger hadert mit sich und mit dem Leben, dass man einfach erwachsen ist und Entscheidungen treffen kann, einfacher, bewusster. Dass Erwachsene aufhören, sich zu bekriegen und man irgendwann einfach "groß" ist. Je älter ich wurde, desto mehr stellte ich fest, dass manche Dinge sich nie ändern, dass ich zwar Entscheidungen treffen kann, ohne zum Beispiel meine Eltern zu fragen, dass es sich aber nicht leichter anfühlt und auch  nicht unbedingt leichter wird. Dass Arbeiten zwar Geld bringt, aber Zeit nimmt - wo früher Unternehmungen an Geld scheiterten, scheitern diese heute zumeist an Zeit. Das Leben rennt und rennt und je älter ich werde, desto mehr rast die Zeit vorbei. Erinnert ihr euch noch an die Zeit als Kind? Ein Jahr war so eine Ewigkeit. Heute erwische ich mich zunehmend bei dem Gedanken "Was, schon wieder Ostern? Weihnachten? Geburtstag?" Ich möchte bewusster leben. Möchte im Alltag Momente spüren. Für mich und die, die ich liebe. Deshalb wird es mir zunehmend wichtiger einfach ab und zu mal einen Schritt zurück zu machen, das Handy auszuschalten und den Abend ganz ohne irgendwelche Einflüsse zu verbringen, so ganz bei sich. Vielleicht einfach mal von Zeit zu Zeit eine Liste mit Dingen zu machen, die man gerne machen möchte, weil man selbst sie möchte, was einem wichtig ist und sich Ziele zu setzen. Denn Ziele setzen und darauf hinarbeiten, gibt mir das Gefühl von Kontrolle. Und auch, wenn wir das Leben vielleicht niemals so richtig kennen werden, es tut manchmal schon gut das Gefühl zu haben, dass alles so läuft, wie es soll. Oder?

Donnerstag, 15. März 2018

Auf Glückssuche - meine ersten 30 Tage - Fazit

Nun ist es also so weit! Es sind tatsächlich schon 30 Tage meines Glücksprojekts um. Die Zeit verging wie im Flug und manchmal hing mir die Zeit tatsächlich etwas im Nacken. Heute möchte ich euch von meinen Fortschritten berichten und davon, was ich von den Dingen, die ich mir vorgenommen habe, umsetzen konnte. Außerdem werde ich am Ende des Posts eine Liste mit neuen Dingen für die nächsten 30 Tage machen.

1. Mehr Bewegung!
Das Thema Bewegung hat in den ersten 30 Tagen eigentlich gut geklappt. Es gibt hier und da Dinge, die noch verbesserungswürdig sind, aber davon erzähle ich euch gleich. Ich habe tatsächlich an den meisten Tagen des Monats den Schrittzähler getragen und festgestellt, dass ich mich weniger bewege, als ich immer dachte. Auch an Tagen, an denen ich dachte, dass ich viel gegangen und sogar in der Mittagspause raus bin, schaffte ich es meist auf maximal 7.000-8.000 Schritte. Nur zwei Mal habe ich es in der Zeit auf mehr als 10.000 Schritte geschafft - und wie war das noch? Diese Anzahl ist am besten? Naja, jedenfalls hat es zwei Mal geklappt mit 10.000 Schritten und zwar an Tagen, an denen abends der Tanzkurs war. Was lernen wir daraus? Tanzen tut mir und meiner Bewegung gut! Hätte mir einer vor ein paar Jahren gesagt, dass wir mal Standardtanzen würden, das hätte ich nicht geglaubt. Ich habe aber insgesamt viel mehr drauf geachtet, mich zu bewegen. Bei der Arbeit gibt es in meiner Etage einen Fahrstuhl und eine Treppe und während ich früher öfter Fahrstuhl fuhr, bin ich in den letzten 30 Tagen nur Treppe gelaufen. Auch kleine Schritte führen ans Ziel, oder?

2. Ballast abwerfen Eins steht fest: Ich habe Ballast abgeworfen und ich merke immer wieder, wie gut mir das tut! Man sollte sich von Zeit zu Zeit manchmal vielleicht einfach bewusst machen, was im Leben einen gerade belastet und seien es auch nur materielle Dinge oder Kleinigkeiten. Sich davon zu befreien, tut SO gut! Das mit dem 10-Minuten-Timer am Abend zum Aufräumen hat so mittel geklappt. Aber ich lege mir jeden Abend Kleidung für den nächsten Tag raus und gehe nie ins Bett, wenn totales Chaos herrscht. Der Kleiderschrank musste ebenfalls dran glauben! Nach meinem letzten Post erreichte mich eine Mail von einer lieben Leserin und Internetfreundin, die mir eine spannende Aufräummethode, die Konmari-Methode vorstellte. Das schaue ich mir auf jeden Fall vorm nächsten Aufräumen nochmal genauer an!

3. Aufgeschobenes erledigen Kommen wir nun zu dem Punkt, der meine letzten 30 Tage am stärksten beeinflusst hat: Ich nahm mir vor 30 Tagen vor, einige der Dinge, die ich zu lange aufschob, zu erledigen. Was ich davon geschafft habe? Ich kann selbst kaum glauben, wie gut das geklappt hat und freue mich schon jetzt neue Dinge aufzuschreiben, die ich in den nächsten 30 Tagen erledigen möchte.



1. Gehe zur Zahnreinigung beim Zahnarzt

Habe ich erledigt und war vorher sogar kurz zur Kontrolle - alles in Ordnung. Zahnreinigungsfrau und ich verstehen uns so gut, dass wir vor der Behandlung zwanzig Minuten über Hochzeiten quatschten und danach war auch die Behandlung viel weniger schlimm, als ich zuvor dachte und hinterher war ich so motiviert, dass ich mir gleich für Juli einen neuen Kontrolltermin machte und mich einfach viel besser fühlte!

2. Informiere dich bezüglich einer Patenschaft

Habe ich mir jahrelang immer wieder vorgenommen und nun endlich gemacht. Gelandet bin ich am Ende bei Plan International, weil mir die Projekte und das Konzept am besten gefiel. Ich habe mich schließlich nicht nur informiert, sondern auch eine Patenschaft übernommen. Man kann sich entweder ein Kind zuteilen lassen oder man entscheidet sich für ein Land und kann, wenn man will, auch aussuchen, ob man ein Mädchen oder einen Jungen als "Patenkind" möchte. Anschließend ist es auch möglich, über das Büro von Plan, Briefe oder Geschenke zu senden. Manche Paten haben auch schon "ihre" Kinder besucht, das ist also möglich. Nun sind wir also für unter 30€ im Monat Paten eines kleinen Mädchens.

3. Lies endlich konstant im Alltag!
Ich habe im Februar insgesamt sechs Bücher gelesen. Wenn ich den Urlaub Anfang Februar vor meinem Projekt abziehe, bleiben in den zwei Wochen innerhalb meines Projekts immer noch zwei Bücher übrig. Ich habe es tatsächlich geschafft im Alltag konstant zu lesen, habe abends den Fernseher ausgelassen, bin früher ins Bett mit einem Buch als Begleiter und habe einfach gelesen.
Die zweiten beiden Wochen von Anfang März bis heute habe ich leider wieder eine kleine Leseflaute.  Allerdings habe ich seit drei Tagen wieder jeden Abend gelesen. Außerdem höre ich zur Zeit im Auto ein Hörbuch, das ich wohl bald schaffen werde, so viel, wie ich im Moment fahren muss. Ein super Tipp gegen Leseflauten für mich ist übrigens, (ungekürzte) Hörbücher hören und Zuhause das Buch weiterlesen. Meistens klappt es so!

4. Erteile J. eine Kontovollmacht
Auch das habe ich gemacht! J. muss jetzt nur noch ihre Identität bestätigen und dann ist die Kontovollmacht offiziell. Und wir sind sogar noch einen Schritt weitergegangen und haben endlich beide eine Patientenverfügung ausgefüllt. Zu finden war ein Vordruck bei der Ärtzekammer Niedersachsen - wir haben das so lange vor uns hingeschoben, weil es natürlich Themen sind, vor denen man große Angst hat, mit denen man sich lieber nicht beschäftigen will, aber besser als dieses "Hätten wir nur.." ist es doch, die Dinge in Angriff zu nehmen. Ich werde mit meinem Hausarzt noch einmal final über den Ausdruck sprechen und die Verfügung dann auch beim Hausarzt hinterlegen. Man sollte die alle paar Jahre mal aktualisieren, damit klar wird, dass es auch noch aktueller Wille ist, aber auch das dürfte kein Problem darstellen, oder?

5. Setze dich mit deiner Nähmaschine auseinander!
Bei diesem Punkt war ich mir lange Zeit nicht sicher, ob ich ihn erfüllen könnte. Und so richtig zufrieden war ich eigentlich mit meiner Leistung in diesem Punkt auch nicht. Allerdings traf ich mich dann am vorletzten Abend vor Ende des Projekts mit meiner Mama, die mich in die "Welt der Nähmaschine" einführte. Ich habe einfach keine Geduld mir das selbst oder anhand von Büchern beizubringen. Ich kann heute sogar ein miniminikleines Ergebnis zeigen: Ich habe mir meinen eigenen Einkaufsbeutel genäht. Er ist absolut nicht perfekt. Aber er ist MEIN kleiner Beutel. Ich werde auf jeden Fall bald ein richtiges Projekt anfangen und habe mir auch schon ein Schnittmuster rausgesucht, das ich mal ausprobieren möchte. Dafür, dass ich lange dachte, ich würde es in den 30 Tagen nicht schaffen, bin ich super happy!

Meine erste eigene Einkaufstasche - juhu!
5. Führe ein Glückstagebuch!
Dieser Punkt hätte besser klappen können und ich könnte durchaus noch mehr schöne Momente aufschreiben. Allerdings habe ich endlich wieder angefangen ganz viele Dinge in meinem Notizbuch zu dokumentieren und werde das auf jeden Fall fortführen. Eins meiner 30-Tage-Highligts, war zum Beispiel meine Frau, die mir am Abend des Notdienstes zwei Limonaden, drei Süßigkeitentüten und eine wunderschöne Karte Zuhause ließ, damit ich mich weniger alleine fühlte, wenn ich das erste Mal  nach sehr langer Zeit alleine hier schlafen musste. Oder die Oma meiner Lieben, die mir heute am Telefon sagte: "Und wie ich mich auf meine Geburtstagsfeier freue, dann siehst du erst einmal wie groß unsere Familie eigentlich ist." - Pure Liebe für meine Herzmenschen. Und ich nehme mir fest vor, mehr dieser Momente aufzuschreiben, weil sie geraten ja doch manchmal in Vergessenheit und dafür gibt es viel zu viele besondere Momente!

30-Tage-Glückprojekt Teil 2 - 15.03. - 14.04.2018
Weil es so schön und vor allem motivierend war, soll es gleich weitergehen!



#1. Mache einen Termin beim Hautarzt

Seit Jahren rede ich davon meine Leberflecke mal kontrollieren zu lassen, denn während mir Freundinnen erzählen, dass sie das seit Jahren immer mal wieder tun, habe ich das noch nie im Leben gemacht. Nun bin ich also an der Reihe und werde mir in den nächsten 30 Tagen einen Termin machen.

#2. Mache Pasta selbst
Seit langer Zeit nehme ich mir immer mal wieder vor meine Leibspeise, Pasta! Pasta! Pasta!, selbst zu machen. Hier lege ich mich noch nicht fest, vielleicht werden es auch Ravioli oder so, aber ich werde in den nächsten 30 Tagen einmal irgendeine Art von Pasta selbst machen.

#3. Befreie den Balkon von Pflanzenmüll und kaputtem Pavillon
Die starken Stürme zum Ende des letzten Jahres und zu Anfang diesen Jahres haben es mit unserem Balkon nicht so gut gemeint. Wir hatten ein feststehenden Pavillon, bei dem man wie bei einer Jalousie ein Dach auffahren konnte. Leider hat der letzte Sturm dieses Pavillon völlig zerstört und seitdem liegen die Metallstangen verbogen auf dem Balkon. So sehr, dass man diese nicht mehr auseinander schrauben kann. Dementsprechend muss da größerer Aufwand her. Aber den werden wir (hoffentlich, hoffentlich, hoffentlich!) in Angriff
nehmen und unseren Balkon vom Kaputten befreien, damit bald wieder gegärtnert werden kann.

#4. Führe dein Notizbuch fort 
Endlich habe ich wieder begonnen alles aus dem Leben zu notieren - Geschenkideen, geschaute Filme, 101 in 1001-Liste - alles an einem Ort und das möchte ich in diesem Monat fortführen. Wollt ihr davon gern ein paar Seiten sehen?

#5. Mache vier Mal Sport!
Egal ob Yoga, Workouts, Schwimmen oder Joggen - Hauptsache jede Woche einmal irgendwas. Und auch hier sind wir am Ende der aktuellen Liste und bei dem Punkt angekommen, bei dem ich die größte Herausforderung sehe. Sonst mache ich gar nichts, null, nada. Also ist viermal schon 400% mehr Sport als sonst. Warten wir mal ab.

Ich werde euch am 14. April berichten, was aus meinen Vorhaben geworden ist!
Habt ihr euch auch wieder etwas vorgenommen?
Schreibt mir gerne hier oder per Mail an Lisa (at) zeitunsereslesens.de
Alles Liebe, eure Lisa

Montag, 5. März 2018

Eine Handvoll Worte von Jojo Moyes

Nachdem ich "Ein ganzes halbes Jahr" geliebt und verschlungen habe, machte ich jahrelang einen großen Bogen um weitere Bücher von Jojo Moyes. Zu groß war die "Angst", dass ich Erwartungen hatte, die ohnehin nicht erfüllt würden. Im letzten Kurzurlaub Mitte Februar brauchte ich allerdings dringend Lesestoff und wählte "Eine Handvoll Worte" aus.

Handlung: London in den 60er-Jahren. Wir lernen Jennifer Stirling kennen, die wunderschön und gebildet ist. Eigentlich hat sie alles, was man wohl zum Glücklichsein braucht, jedenfalls von außen und ganz ganz oberflächlich betrachtet. Doch dann lernt sie B. kennen, in den sie sich Hals über Kopf verliebt. Aber wird sie ihren wohlhabenden Mann und die Gesellschaft, in der sie sich umgibt aufgeben? Viele Jahre begleiten wir Jennifer Stirling, bis hin zum Jahr 2003, in dem uns Ellie begegnet, die eine Affäre mit einem verheirateten Mann hat und sich selbst noch nicht so gefunden zu haben scheint. In ihrem Job als Journalistin stößt sie unerwartet auf auf Briefe an eine Jennifer Stirling, die sie daraufhin unbedingt kennen-lernen möchte, um herauszufinden, was aus ihr geworden ist. Plötzlich werden beide Geschichten miteinander verflochten und ich hätte nie gedacht, dass mir das Buch mit all seiner Romantik so gefallen würde. Man sollte auf jeden Fall Liebesgeschichten mögen, wenn man es liest, dann auf jeden Fall ein großer Genuss und spannende Wendungen!

Ich habe so sehr mit den Charakteren gelitten und gefiebert, habe mich in die Gesellschaft der 60er-Jahre gestürzt und gleichzeitig mit Ellie im Jahr 2003 gelacht und geweint. 

Einfach nur wunderschöne Briefe, wundervolle Worte und ein Handlungsstrang, den ich so oft nicht erwartet hatte! Was für ein Buch! Ich werde auf jeden Fall weitere Bücher der Autorin lesen!

5 von 5 Sterne

Titel: Eine Handvoll Worte
Autor: Jojo Moyes
Seitenzahl: 592 Seiten
Genre: Roman
Verlag: Rowohlt
Neupreis: 9,99€ als Taschenbuch, 14,99€ als Paperback
Erscheinungsdatum: 04.10.2013
Eine 19-seitige Leseprobe findet ihr hier.

Montag, 26. Februar 2018

Auf Glückssuche - mein erstes 30 Tage-Projekt

Da ich mich in Zukunft "nur" noch auf diesen einen Blog beschränken möchte, poste ich statt auf Wundersachen das nun auch hier. :) 

Es ist absolut nicht immer alles so, wie es scheint und wieso sollten wir nicht auch über Dinge reden, die uns das Leben erschweren? Das Internet ist ein Ort, an dem Großteils nur von den schönen Seiten des Lebens berichtet wird, manchmal geschönt, manchmal wirklich schön. Was tun wir, wenn die Zeiten mal nicht so schön sind? Was können wir tun, damit das Leben sich leichter, der Alltag besonderer und besser anfühlt? Von Zeit zu Zeit erlebe ich mich in absoluter Unzufriedenheit: Nichts klappt, wie ich es mir vorstelle, ich fühle mich unmotiviert, traurig, antriebslos und vor allem eins: unorganisiert. Auf der ständigen Suche nach einem geeigneten "Gegenmittel", stieß ich auf das Buch "Das Happiness Projekt" von Gretchen Rubin, das mich ziemlich schnell fesselte und begeisterte: Gretchen Rubin geht ein Jahr lang jeden Monat auf die Suche nach Dingen, mit deren Hilfe sie glücklicher werden kann. In jedem Monat nimmt sie sich verschiedene Inhalte vor (Bsp. Monat Januar - Mehr Energie!) und reflektiert am Ende des Monats, wie erfolgreich sie damit war. Beim Lesen war mir schnell klar: DAS will ich auch! 
Und ich werde genau jetzt damit anfangen. Ich nehme mir für verschiedene Monate verschiedene Aufgaben vor, um glücklicher, ausgeglichener und organisierter zu sein. Keine Ahnung, ob das erfolgreich ist oder nicht, aber ich werde euch am Ende der jeweiligen 30 Tage davon berichten. Und vielleicht habt ihr ja Lust mitzumachen?

Und so geht es los. Ich starte das Projekt am 15.2. und werde euch am 15.3. meine Fortschritte berichten! Im nächsten Monat werde ich mir neue Aufgaben ausdenken. 

1. Mehr Bewegung! 
Ich nehme mir fest vor mich mehr zu bewegen. In meinem Job sitze ich zwar nicht den ganzen Tag, sondern laufe auch viel rum, aber ich weiß ganz sicher, dass ich mich zu wenig bewege. Neben einem Tanzkurs, der jedes Wochenende stattfindet, betätige ich mich zur Zeit überhaupt nicht sportlich und dann soll es wenigstens zusätzlich "normale" Bewegung geben, zumal mich sehr oft Rückenschmerzen plagen. Was also tue ich dafür?
  • Ich nehme mir fest vor regelmäßig Spazieren zu gehen. In der Mittagspause ein paar Minuten aus dem Büro raus an die Luft, an Home Office Tagen am Mittag zwanzig Minuten in die Sonne oder auch abends nach der Arbeit mit J. mal eine Runde in den nahegelegenen Park, es sind nicht mal zwei Minuten dorthin. Es wäre doch wirklich schade, wenn ich irgendwann feststelle, dass ich den Park direkt vor der Tür hatte, aber nie nutzte. Also: Hoch mit dem inneren Schweinehund und (für den Anfang) mindestens zwei Mal die Woche spazieren gehen.
  •  Ich leihe mir den Schrittzähler der Liebsten aus und dokumentiere einen Monat lang die Schritte, die ich jeden Tag mache. Immer wieder stoße ich auf Artikel, die kundtun, dass es am gesündesten sei, wenn man 10.000  Schritte täglich macht, sofern man keinen anderen Sport macht. So zum Beispiel hier. Es gibt aber auch andere Stimmen, die sagen, dass es keine wissenschaftliche Begründung für diese Zahl gibt. Wie dem auch sei. Mehr Bewegung kann in meinem Alltag ganz sicher nicht schaden! Ich nehme mir also vor, einfach mal zu schauen, wie viele Schritte ich mache und vielleicht motiviert mich mein neuer Begleiter ja sogar ein paar mehr Schritte zu machen?
2. Ballast abwerfen
Es gibt Dinge, die ärgern und belasten uns immer wieder. Ich glaube Punkt 2 und 3 werden sich jetzt sehr ähneln, aber ich versuche da eine kleine Trennung vorzunehmen. Was kann ich also tun, um Dinge, die mir wiederkehrend Ballast auf den Schultern sind, loszuwerden?
  • Eine chaotische Wohnung belastet mich schon manchmal sehr und die Lust groß aufzuräumen habe ich auch nicht jeden Tag. Deshalb stelle ich mir einen Monat lang jeden Abend einen 10-Minuten-Timer, an dem ich das gröbste aufräume. Außerdem lege ich mir jeden Abend die Kleidung für den nächsten Tag raus, um morgens weniger gestresst zu sein und stelle Dinge, von denen ich weiß, dass ich sie am nächsten Tag ins Büro mitnehmen will (z.B. eine Tasse, die ich mitnahm, um sie in die Spülmaschine zu stellen;  eine Packung Kekse, die ich im Büro essen möchte oder meinen Kalender) schon am Abend auf den Tisch. 
  • Mein Endgegner - eigentlich schon seit meiner Kindheit - ist mein Kleiderschrank. Ich erinnere mich noch gut an Streitigkeiten mit meiner Mama, die meistens mit Tränen endeten, einfach, weil ich nicht aufräumen wollte, konnte.. wie auch immer. Ich schaffe es einfach nie ihn länger als einen Monat ordentlich zu halten. Wenn ich etwas suche, dann ziehe ich es raus, ist es nicht das richtige, prummel ich es wieder in den Schrank. Es steht also fest: Ich werde meinen Kleiderschrank aufräumen! Dabei sortiere ich nach Dingen, die ich nicht mehr tragen möchte und sortiere diese nach Altkleidersammlung und Müll, falls wirklich etwas kaputt sein sollte. Bei Gretchen Rubin las ich, dass man sich vorstellen soll, wie man in dem Kleidungsstück aussieht und ob man das noch tragen mag oder ob es einfach "nur" eine Erinnerung ist an eine vergangene Zeit. Bin ich das überhaupt noch? Manchmal hilft es mir auch ein Foto von einem (Kleidungs-) Stück zu machen, das ich danach aussortiere. 
3. Aufgeschobenes erledigen 
Viel zu oft wird die To-do-Liste immer länger und länger, einige Aufgaben schaffen es von einer Liste auf die nächste, ohne jemals wirklich abgearbeitet zu werden. Und so ist es mit einigen Dingen, die ich in den letzten Monaten vor mir herschob. Ich gehe also in mich und gucke mir auch meine alten Listen an mit Dingen, die ich erledigen wollte.
  • Identifiziere mindestens fünf Dinge, die du schon länger vor dir herschiebst und dann: erledige sie. Am Ende werde ich mich ganz sicher besser fühlen, weil ich Aufgeschobenes angepackt und erfolgreich erledigt habe. Das können kleinere und größere Dinge sein. Was es ist, ist völlig egal. Die Hauptsache ist, wir tun es! Und das sind die Dinge, die ich in den nächsten 30 Tagen erledigen möchte. Ob ich es schaffe?

1. Gehe zur Zahnreinigung beim Zahnarzt
Ohne Witz, wenn es um Angst vor dem Zahnarzt geht, bin ich ganz vorn mit dabei. Jahrelang habe ich mich vor einem Besuch beim Zahnarzt gedrückt und war dann letzten Endes noch deutlich länger nicht da, als ich dachte. Letztes Jahr im Juli war ich allerdings da und alles war viel weniger schlimm, als ich dachte. Nun schiebe ich allerdings schon ein paar Wochen das Terminmachen zur Zahnreinigung vor mir her. Das will ich in den nächsten 30 Tagen auf jeden Fall erledigen. Da ich bei meinem Zahnarzt immer sehr kurzfristig Termine bekomme denke ich, dass ich über das "Termin machen" hinausgehen kann. Ich werde davon berichten.

2. Informiere dich bezüglich einer Patenschaft 
Schon seit ich mich im Studium vermehrt mit Spendenorganisationen und Stiftungen auseinandersetzte, überlege ich immer wieder, ob ich über eine Organisation eine Patenschaft für ein Kind übernehmen möchte. Dann ärgere ich mich wieder, weil ich wahrscheinlich misstrauischer bin, als ich es wahrscheinlich sollte. Kommt das Geld überhaupt an? Blablabla. Ich nehme mir also vor mich endlich mal mit dem Thema auseinanderzusetzen und vielleicht einfach mal ins kalte Wasser zu springen. Und, auch hiervon werde ich euch berichten, ob und wofür ich mich entschieden habe.

3. Lies endlich konstant im Alltag! Ich weiß nicht wie oft ich mich schon selbst dazu bringen wollte auch im Alltag regelmäßig zu lesen und nicht nur im Urlaub. In den letzten Jahren las ich vor allem in Urlaubsmonaten viel, das könnt ihr hier noch einmal nachgucken. Im Alltag schaffte ich es nie so wirklich und dabei ist es doch so: Jeder Mensch hat die gleiche Zeit, nämlich 24 Stunden am Tag! Und diese gilt es zu nutzen. Also nehme ich mir vor, mehr zu lesen. Ich werde ein Buch dabei haben, egal wohin ich gehe und werde die Zeit zum Lesen nutzen. Schauen wir mal, wie viel ich schaffe und ob ich es vor allem konstant durchhalte. Ich berichte!

4. Erteile J. eine Kontovollmacht
Als J. vor einigen Monaten von einem, vorsicht ekelige Erwachsenendinge folgen, Banktermin kam, berichtete sie mir von einem Gespräch mit ihrem Bankberater, der ihr berichtete, dass es auch für verheiratete Menschen einfacher ist, auf das Konto des Partners/der Partnerin zuzugreifen, wenn man eine Kontovollmacht hat. Hier sind wir wieder bei einem "Ich will mich nicht damit auseinandersetzen, denn mir passiert nichts, mir wird es hoffentlich immer gut gehen" - Moment, aber sein wir mal ehrlich. Ich möchte nicht in der Situation stecken, in der wir uns sagen müssen "Hätte ich doch nur.." - und deshalb beginne ich diesen Gedanken mit einem kleinen Schritt: Ich möchte für J. eine Kontovollmacht bei meiner Bank einrichten, damit sie im Fall der Fälle und auch sowieso Zugriff auf meine Konten hat. (Für die, die es interessiert: Wir haben jeder eigene Konten und ein gemeinsames und fahren damit bislang sehr gut!) Später kümmere ich mich sicher nochmal um weitere Themen wie Patientenverfügung und co. Aber wir wollen hier mal klein anfangen. Also Ziel für diese 30 Tage: Kontovollmacht.

5. Setze dich mit deiner Nähmaschine auseinander!

Seit Jahren nehme ich mir immer vor nähen zu lernen und habe sogar die alte Nähmaschine meiner Oma geschenkt bekommen, die seit fast drei Jahren unbenutzt hier steht. Als jetzt eine gute Freundin von mir in kürzestern Zeit ziemlich professionell anfing zu nähen (ein lieber Gruß an dieser Stelle!), habe ich immer mehr Lust bekommen, meine eigenen Dinge zu gestalten. Nach dem Basteln mit Papier und Bemalen von Keramik, sind nämlich kleine Täschchen aus Stoff, genähte Buchumschläge und schöne Stoffdinge eine große Leidenschaft von mir - wieso also nicht auch endlich mal selbst machen? In diesen ersten 30 Tagen meines "Glücksprojekts" nehme ich mir also fest vor, mich mit Nähbuch (bereits aus der Bibliothek geliehen!) zu bewaffnen und mich endlich dem "Projekt Nähen" zu widmen. Bei diesem fünften und letzten Punkt meiner Liste bin ich gerade noch sehr kritisch, ob und wie ich das umsetze, aber ich werde euch davon erzählen.

Zu guter letzt Punkt 4. Glücksmomente festhalten 
Viel zu oft erlebe ich mich meckernd und motzend, das klingt jetzt sehr dramatisch, aber leider neigen wir Menschen ja oft dazu, dass wir uns eher die schlechten Dinge merken. Ich werde also 30 Tage jeden Tag mindestens eine Sache aufschreiben, die mich glücklich gemacht hat. Ich bin gespannt, ob ich es schaffe mein kleines "Glückstagebuch" mit vielen Momenten zu füllen und vor allem ob ich es schaffen kann, das jeden Tag durchzuhalten.

Was haltet ihr von meinem kleinen Projekt? Habt ihr vielleicht Lust bei dem ein oder anderen Punkt mitzumachen? Was sind Dinge, die ihr vor euch herschiebt? Ich würde mich sehr freuen, wenn wir uns ein bisschen austauschen würden! Wenn ihr mögt, teilt mir eure Gedanken hier als Kommentar oder mit dem #projektglückswunder oder per Mail an Lisa {at} zeitunsereslesesns.de mit, ich freu mich so!

Alles Liebe und herzliche Grüße, Lisa

Mittwoch, 17. Januar 2018

Blinde Vögel von Ursula Poznanski

Rowohlt Verlag / Wunderlich
In den letzten Wochen erwischte ich mich beim Lesen und auch außerhalb der Bücherwelt immer wieder dabei, dass ich in Gedanken bei ein paar Szenen aus dem Thriller "Fünf" von Ursula Poznanski war, den ich Ende des letzten Jahres las. Mir haben die Charaktere und die Geschichte, die auch neben dem spannenden Fall von Beatrice Kaspary und Florin Wenninger sehr ausgeprägt sind, sehr gefallen. In Fünf ging es unter anderem viel um Geocaching, meine ganze Rezension zum Buch findet ihr hier.
Für mich stand schon nach dem Lesen des ersten Teils fest, dass ich weiterlesen wollte und so dauerte es nicht lange, dass auch "Blinde Vögel", der zweite Teil der Reihe, bei mir einzog. Innerhalb ein paar Tagen habe ich es im Wechesl im Auto als Hörbuch gehört und abends im Bett und am Wochenende gelesen. Heute folgt meine Rezension.

Worum geht es?
Beatrice Kaspary und Florin Wenninger werden zu einem Tatort gerufen, an dem alles nach einem erweiterten Suizid aussieht. Bei den ersten Ermittlungen stoßen die beiden auf eine Facebook-Gruppe, die beide Opfer verbindet: Eine Gruppe, die den Namen "Lyrik lebt" trägt. Ansonsten schienen die beiden Opfer wenig gemeinsam, geschweige denn sich lang gekannt zu haben. Weitere Menschen sterben - Suizid oder hat jemand nachgeholfen? Beatrice macht sich kurzerhand unter einem Pseudonym in der Facebookgruppe auf die Suche nach der Wahrheit und dieser kommt sie näher, als anfangs gedacht.

Meine Meinung:
Mir gefällt der Schreibstil von Ursula Poznanski unglaublich gut, sodass ich auf jeden Fall weitere Bücher von ihr lesen möchte. Ich mag die Lebendigkeit der Figuren (Beatrice, Florin und insbesondere von Beatrices` Kindern Jakob und Mina) sehr. Wir haben mit diesem Buch erneut nicht nur zwei Menschen, die ihren Job machen und einen Fall lösen, sondern mit privaten Problemen und Gedanken zu kämpfen haben, ohne dass wir dabei die typische Überspitzung in solchen Fällen erleben. Die Geschichte beginnt sehr spannend und fesselte mich schnell, leider waren aber einige Stellen sehr langatmig und der Fokus lag mir fast zu sehr auf den Posts in der besagten Facebook-Gruppe und weniger auf den Opfern, über die man nur recht oberflächlich etwas erfährt. Je weiter sich der Fall der Auflösung näherte, desto spannender wurde es wieder und nahm eine Wendung, die ich als Leserin so nicht erwartete.

Ich muss auch gestehen, dass das seit langem mal wieder ein Buch war, das mir an einigen Stellen einen Schauer über den Rücken jagen konnte. Insgesamt hat es mir wirklich gut gefallen und ich vergebe 4 von 5 Sternen.
Titel: Blinde Vögel
Autor: Ursula Poznanski 
Seitenzahl: 480 Seiten
Genre: Thriller
Verlag: Wunderlich
Neupreis: 9,99€ als Taschenbuch, 16,99€ als Paperback
Erscheinungsdatum: 02.04.2013
Hier geht es zu einer Leseprobe mit 20 Seiten. 

Die folgenden Bücher sind übrigens die Nachfolgebände zu "Blinde Vögel" mit Beatrice Kaspary und Florin Wenninger:
  • „Stimmen“
  • „Schatten“

Dienstag, 9. Januar 2018

Unterleuten von Juli Zeh

Unterleuten. Ein kleines, ruhiges Dorf in Brandenburg mit ca. 250 Einwohnern. Hier ist die Zeit stehengeblieben. Dieser kleine Fleck samt seiner Bewohner wurde von der Globalisierung und Modernisierung verschont. Hier interessiert man sich nicht für das große Weltgeschehen. Man liest keine Zeitung, surft nicht im Internet und hat auch nichts mit der überregionalen Politik zu tun. Unterleuten kümmert sich nur um Unterleuten. 

Der perfekte Ort, um dem schnellen, hektischen Großstadtleben mit seinen Deadlines und dem ständigen Druck von außen zu entkommen. Um sich wieder auf die Natur zu besinnen und ganz bei sich zu sein. 
Das ist zumindest die Motivation der neuzugezogenen Familie Fließ. Jule Fließ-Weiland hat ihren ehemaligen Professor Gerhard Fließ geheiratet und ist mit der frischgeborenen Tochter Sophie nach Unterleuten gezogen. Dort arbeitet Gerhard nun im Vogelschutzbund von Unterleuten. Doch so idyllisch wie sie es sich wünschen ist ihr Leben dort nicht. Nebenan lebt Bodo Schaller. Seinerseits Automechaniker und Kleinkrimineller, der eine Autowerkstatt betreibt und beschlossen hat, Familie Fließ das Leben zur Hölle zu machen, indem er dauerhaft alte Autoreifen an der Grundstücksgrenze verbrennt. 

Und dann gibt es da natürlich noch die vielen anderen Bewohner Unterleutens. 
Linda Franzen ist mit ihrem Freund nach Unterleuten gezogen, um ihr Pferd Bergamotte zu sich zu holen und sich dort ihren eigenen Pferdehof aufzubauen. Dafür ist sie bereit alles zu tun. Im Gegensatz zu ihrem Freund Frederik ist sie knallhart. 

Nicht zu vergessen sind natürlich die alteingesessenen Dorfbewohner. Der alte Kron und Rudolf Gombrwoski, deren Feindschaft schon in Kindertagen während der Hochzeit der DDR begann und bis heute erbittert anhält. Dies hat unweigerlich auch große Auswirkungen auf ihre Töchter und deren Familien. 

Wirft man also einen Blick hinter die Fassaden des auf den ersten Blick so friedlich wirkenden Unterleuten, stellt man schnell fest wie sehr es überall brodelt und wie viele Konflikte alle Dorfbewohner mit sich rumtragen und miteinander ausfechten. 

Juli Zeh erzählt authentisch und fesselnd die Geschichte der Dorfbewohner aus deren jeweiliger Perspektive. Dabei wechseln die Kapitel immer zwischen den verschiedenen Einwohnern und man erhält jedes Mal Einblick in einen anderen Kopf, der mit seiner ganz eigenen Sichtweise das Geschehen in Unterleuten erlebt und wahrnimmt. 

Schnell erkennt man wie Missverständnisse bzw unterschiedliche Wahrnehmungen ein und derselben Situation Konflikte verschärfen und ins Rollen bringen können. Es ist hoch interessant zu in einem Kapitel die Gedanken und Absichten des einen Dorfbewohners zu lesen und ein paar Kapitel später zu erfahren wie es beim unbeliebten Nachbarn ankommt und was er sich für Beweggründe für das Verhalten des anderen zusammenspinnt.
Alles greift wie ein Zahnrad ins andere und führt immer wieder zu neuen Gerüchten und Problemen bis sich das Ganze in mehreren erschreckenden und erstaunlichen Ereignissen zuspitzt.

Obwohl dieses Buch für mich schon fast abschreckend dick erschien, war ich doch schnell in diesem Geflecht, das zwischen den verschiedenen Dorfbewohnern entsteht, gefangen. Plötzlich werden auf den ersten Blick belanglose Ereignisse und Handlungen interessant, weil sich aus ihnen wieder ganz andere ergeben.

In Juli Zehs Roman kann man viel über unsere Gesellschaft und die verschiedenen Typen Mensch, die es so gibt, erfahren und es für sich selbst reflektieren.
Wirklich gut geschrieben! Da macht es Spaß am Ball zu bleiben - auch wenn ich meist sonst nicht der Freund der dicken Schinken bin.

4,5 von 5 Sterne.

Wer während oder nach dem Lesen einen Dorfplan sehen und Informationen zu den einzelnen Charakteren und deren Verflechtungen miteinander erhalten möchte, kann diese schön gestaltete Dorfseite besuchen: http://www.unterleuten.de


Unterleuten war der erste Roman, den ich von Juli Zeh gelesen habe und er hat mich definitiv neugierig auf mehr Bücher dieser Autorin gemacht. Zu Weihnachten habe ich ihren neuen Roman Leere Herzen bekommen, der nun im Bücherregal wartet bis er an der Reihe ist.



Titel: Unterleuten
Autor: Juli Zeh
Seitenzahl: 640 Seiten
Genre: Roman
Verlag: Luchterhand Literaturverlag
Neupreis: 24,99€

Erscheinungsdatum: 08.03.2016

Hier geht es zu einer 40-seitigen Leseprobe.
Juli Zeh hat unter anderem auch geschrieben:
  • Corpus Delicti. Ein Prozess. (2009)
  • Nullzeit. (2012)
  • Leere Herzen. (2017) 
MerkenMerken

Donnerstag, 4. Januar 2018

Ich bin nicht tot von Anne Frasier

Ich musste nicht lange überlegen, ob ich Anne Frasiers neuen Thriller "Ich bin nicht tot" lesen möchte. Schon viel hatte ich von der Autorin gehört, aber doch noch nichts von ihr gelesen.

Handlung: Detective Jude Fontaine gelingt nach drei Jahren Gefangenschaft in einem dunklen Kellerraum die Flucht. Für sie ist schnell klar: Sie will in ihrem alten Job arbeiten, was ihr gegen alle Bedenken ihrer Mitmenschen auch geschieht. Ihr neuer Partner Uriah Ashby ist besonders davon überzeugt, dass Jude nicht bereit ist, wieder zu arbeiten. Was wird der neue Fall von verschwundenen Teenagern mit ihr machen? Wird Jude dem allem standhalten oder an den Parallelen zu ihrem eigenen Fall zerbrechen?

Der Aufbau und Schreibstil des Buches hat mir sehr gut gefallen. Wir wechseln kapitelweise die Sicht (Jude Fontaine, Uriah Ashby und ein Mädchen, das von den eigenen Peinigungen berichtet) - ich habe die Figuren alle sehr gemocht! Jude, die durch ihre eigenen Erfahrungen für Außenstehende nicht immer logisch handelt, der Detective Uriah Ashby, der eigene Probleme hat und mit diesen versucht im Leben weiterhin zurechtzukommen und die Spannungen zwischen den beiden. Der Fall läuft nicht immer glatt, wird durch Judes Vergangenheit oftmals erschwert und scheint zunehmend mit ihrer Geschichte verwobener, als zu Anfang gedacht.

Ich kann das Buch jeder und jedem empfehlen, der/die gerne Thriller liest und mal eine andere Geschichte lesen möchte. Denn ich habe vorher nie eine Geschichte gelesen, in der ein Detective nach so einem Schicksalsschlag wieder versucht ins Leben zu finden. Wir begleiten Jude Fontaine durch ihre Gedankenwelt, beruflich und privat und werden Zeuge davon, wie der Fall zunehmend spannender wird.

Das Ende fand ich etwas hervorsehbar, aber das ganze Buch insgesamt hat mir sehr gut gefallen und ich wünsche mir sehr stark noch Nachfolgebände.

4,5 von 5 Sterne.

Titel: Ich bin nicht tot
Autor: Anne Frasier
Seitenzahl: 432 Seiten
Genre: Thriller
Verlag: Heyne Verlag
Neupreis: 9,99€

Erscheinungsdatum: 13.11.2017

Hier geht es zu einer 40-seitigen Leseprobe.
Anne Frasier hat auch noch ein paar andere Bücher gelesen, die ich mir mal genauer ansehen werde.